Das Volksgericht

L Ludwig Storch
0 Altın Yaprak
Auf der Zinne seines Schlosses Sitzt der König schwach und alt, Ihm zur Seite seines Sohnes Jugendkräftige Gestalt. Auf der leichtgebauten Brücke Seiner ausgestreckten Hand Sendet er die trüben Blicke In sein reich gesegnet Land. Und er spricht: Ich habe lange Für des Landes Wohl geschafft, Doch es sinken meine Tage, Es versieget meine Kraft. All mein Wille, all mein Streben Weiht ich meines Volkes Heil, Doch dem Irrthum preisgegeben War gar oft mein menschlich Theil. Immer nur mein Glück gefunden Hab’ ich in der Andern Glück, Hinter meinem Königswillen Blieb oft weit die That zurück. Nun am Ziel seh’ ich mit Bangen Wie Geringes ich vollbracht. Drum ein mächtiges Verlangen Ist mir in der Brust erwacht. Dir bekannt ist jene Sitte, Heilig unserm Herrscherhaus: Löscht der Tod die Lebensfackel Eines seiner Könige aus, Wird in Kron’ und Purpurmantel Seine Leiche ausgestellt Seine Thaten, seinen Wandel Prüfe neben ihm die Welt. Durch des Königreiches Gauen Zieht ein Herold hoch zu Roß, Ruft: Gestorben ist der König! Kommt herauf in’s Königsschloß. In der Königsburg die Hallen Füllen sich mit Menschen an, Denn das Thor ist Allen, Allen, Selbst dem Aermsten aufgethan.

Metnin kaynağı: Kamu malı arşiv

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