Romanze vom Recensenten

L Ludwig Uhland Ludwig Uhland
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Recensent, der tapfre Ritter, Steigt zu Rosse, kühn und stolz; Ist's kein Hengst aus Andalusien, Ist es doch ein Bock von Holz. Statt des Schwerts, die scharfe Feder Zieht er kampfbereit vom Ohr, Schiebt, statt des Visiers, die Brille Den entbrannten Augen vor. Publikum, die edle Dame, Schwebt in tausendfacher Noth Seit ihr bald, barbarisch schnaubend, Ein Siegfried'scher Lindwurm droht, Bald ein süßer Sonettiste Sie mit Lautenklimpern lockt, Bald ein Mönch ihr mystisch predigt, Daß ihr die Besinnung stockt. Recensent, der tapfre Ritter, Hält sich gut im Drachenmord, Schlägt in Splitter alle Lauten, Stürzt den Mönch vom Kanzelbord. Dennoch will er, groß bescheiden, Daß ihn niemand nennen soll, Und den Schild des Helden zeichnet Kaum ein Schriftzug, räthselvoll. Recensent, du Hort des Schwachen, Sei uns immer treu und hold! Nimm zum Lohn des Himmels Segen, Des Verlegers Ehrensold!

Metnin kaynağı: Kamu malı arşiv

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