Ein Frühlingsbild
A Albert Traeger
0
Altın Yaprak
Ein Frühlingstag – welch’ wogend Drängen
Kein leerer Fleck, kein stiller Ort!
Welch’ froh Gewühl auf allen Gängen!
Gleich einer Wallfahrt wälzt sich’s fort.
Der Winter aus, der schwer und bleiern,
Ein Alp, auf jedem Herzen lag!
Die ganze Menschheit scheint zu feiern
Der Erde Auferstehungstag.
Nur Du allein rührst Dich geschäftig
Inmitten all’ der müß’gen Welt,
Mit nackten Armen, braun und kräftig,
Stichst Du den Spaten in das Feld,
Du darfst nicht freudig um Dich schaue,
Nicht sproßt für Dich das junge Grün,
Den stein’gen Acker mußt Du bauen,
Drauf Blumen nur als Unkraut blüh’n.
Die Keime zu dem künft’gen Mahle
Düngst Du mit Deiner Stirne Schweiß,
Die Früchte, dampfend in der Schale,
Sind einst der schweren Arbeit Preis;
Mit saurer Mühe zu erringen,
Was Andern wächst in süßer Ruh’,
Das ist im Frühling Dein Vollbringen,
Des Volkes arme Tochter Du!
Dein Himmel ist ein kalter, trüber,
Den Andern lacht der Sonnenschein,
Gleichgültig ziehn sie Dir vorüber,
Achtlos stichst Du den Spaten ein:
Sie haben ja für Deine Leiden,
Für Deine Freuden kein Gemüth.
Doch kannst Du tröstend Dich bescheiden,
Da neben Dir Dein Lenz erblüht.
Metnin kaynağı: Kamu malı arşiv
Bu şiiri puanla
Henüz puan verilmemiş